Das Objekt
Wenn diese Wände reden könnten, würde es vermutlich spät werden. Im Erdgeschoss dieses Mehrfamilienhauses befand sich über viele Jahre Peters Schankstube – keine große Gastronomie, sondern eine kleine, persönliche Kneipe, in der man sich kannte. Hier wurde ausgeschenkt, geredet, gelacht, diskutiert und sicher die eine oder andere Geschichte geboren, die irgendwann zur Legende wurde. Ein Ort, an dem man an manchen Abenden vermutlich länger blieb als geplant.
Darüber spielte sich das ganz normale Leben ab. Wohnungen wurden vermietet, im 3. Obergeschoss lebte die Eigentümerin selbst und im Dachgeschoss waren zeitweise Familienmitglieder zu Hause. Das Mehrfamilienhaus war damit nie einfach nur ein Mietshaus. Unten traf man sich, oben wurde gewohnt.
Heute beginnt ein neues Kapitel – und das beginnt mit Arbeit.
Besonders das 1. und 2. Obergeschoss zeigen einen erheblichen Sanierungsstau. Der Zustand ist nicht nur auf Bildern sichtbar. Man sieht ihn, man spürt ihn und an einigen Stellen riecht man ihn auch. Bäder, Küchen, Böden, Wände und technische Bereiche brauchen eine konsequente Überarbeitung. Wer hier mit etwas Farbe und neuem Laminat rechnet, rechnet am Objekt vorbei.
Im 3. Obergeschoss und im Dachgeschoss sieht es deutlich besser aus. Die ehemalige Eigentümerwohnung und die zuletzt familiär genutzten Räume wirken wesentlich ordentlicher, auch wenn ebenfalls Modernisierungsbedarf vorhanden ist. Ganz oben wartet dann etwas, das man dem Haus von der Straße kaum zutraut: eine große Dachterrasse mit schönem Blick über den rückwärtigen Bereich. Auch sie macht derzeit einen vernachlässigten Eindruck und braucht Zuwendung, kann später aber einer der stärksten Plätze des Hauses werden.
Und Peters Schankstube? Vielleicht wird dort irgendwann wieder ausgeschenkt. Vielleicht entsteht etwas völlig anderes. Die unmittelbare Nähe zur Augustapromenade bringt Sichtbarkeit und tagsüber ordentlich Bewegung vor die Tür. Zusammen mit den Wohnetagen darüber ergibt sich eine interessante Konstellation: unten Gewerbe oder Arbeiten, darüber selbst wohnen und teilweise vermieten – oder das Mehrfamilienhaus nach einer grundlegenden Sanierung wieder stärker auf Vermietung ausrichten.
Zur ehemaligen Kneipe wurde außerdem eine angrenzende Außenfläche als Terrasse genutzt. Diese Fläche gehört nicht zum Verkaufsgrundstück. Die bisherige Nutzung erfolgte mit Zustimmung der Stadt; eine zukünftige Nutzung wäre erneut abzustimmen. Zum Grundstück selbst gehört ein kleiner Innenhof, der unter anderem als Mülltonnenbereich genutzt wird.
Auch unter dem Haus wartet Arbeit. Der Keller mit seinen alten Gewölben sowie Naturstein- und Ziegelmauerwerk zeigt noch viel von der ursprünglichen Gebäudestruktur. Gleichzeitig sind Bereiche erheblich mit Schutt und Material gefüllt. Ein Raum war bei der Aufnahme so voll und schlecht zugänglich, dass dort keine vernünftigen Fotos möglich waren. Entrümpeln und freilegen gehört hier also ebenfalls zum Programm.
Dieses Mehrfamilienhaus lebt nicht von einem schönen Ist-Zustand. Dafür ist der Sanierungsstau in Teilen schlicht zu groß. Es lebt von seiner Geschichte, seiner Größe und der ungewöhnlichen Mischung aus ehemaliger Kneipe und mehreren Wohnebenen. Unten wurden Geschichten geschrieben, oben wurde gelebt. Jetzt ist das ganze Haus mit seiner nächsten Geschichte dran.
Besichtigungen werden bevorzugt an Interessenten vergeben, die eine aktuelle Finanzierungsbestätigung ihrer Bank oder einen entsprechenden Kapitalnachweis vorlegen können.
Unsere Fotos wurden mit Weitwinkel aufgenommen und können Räume teils größer oder kleiner wirken lassen. Einen realistischeren Eindruck vermitteln das verlinkte Video, die Grundrisse und die Flächenangaben.
Besichtigungstermine
Termine finden nach Vereinbarung in ausgewählten Zeitfenstern werktags zwischen 09:00 und 18:00 Uhr statt. Besichtigungen an Wochenenden und Feiertagen sind nicht vorgesehen.