Das Objekt
Vorweg, bevor wir über das Haus sprechen:
Besichtigungen führen wir ausschließlich mit Interessenten durch, die verstanden haben, was hier angeboten wird. Das Wohnhaus ist stark sanierungsbedürftig, große Bereiche sind erheblich vollgestellt und vermüllt, und auch auf dem Grundstück sowie in den Nebengebäuden wartet eine Menge Arbeit. Entrümpeln, freilegen, sanieren – und zwar nicht nebenbei. Wer eine günstige Immobilie sucht und beim Termin feststellen möchte, dass hier „aber ganz schön viel gemacht werden muss“, kann sich die Anfahrt sparen.
Bei ernsthaftem Kaufinteresse setzen wir außerdem voraus, dass die Finanzierung grundsätzlich geklärt ist. Vor einer Besichtigung bitten wir daher um einen entsprechenden Finanzierungsnachweis bzw. eine Finanzierungsbestätigung.
Und jetzt zum Grund, warum man sich das trotzdem antun könnte.
Hinter dem Zustand steckt ein bemerkenswertes altes Bauernhaus mit einem großen Grundstück, Scheune, Stall und einem Hofensemble, das heute kaum noch in dieser Form angeboten wird.
Das zweigeschossige Wohnhaus steht unter Denkmalschutz. Innen ist vieles nicht schön, nicht aufgeräumt und schon gar nicht bezugsfertig. Gleichzeitig ist noch einiges von der alten Substanz vorhanden: Holztüren, Dielen, massive Treppen, Öfen und weitere Details erzählen deutlich mehr Geschichte als ein glatt modernisiertes Haus.
Und genau diese Substanz spielt bei der Sanierung eine wichtige Rolle. Der Denkmalschutz endet nicht an der Außenfassade. Auch im Innenbereich sind erhaltungsfähige historische Bauteile und Ausstattungsdetails zu bewahren. Komplett entkernen und anschließend einen Neubau hinter alter Fassade bauen – das ist hier nicht der Weg. Wer diesen Bauernhof übernimmt, muss bereit sein, mit dem vorhandenen Bestand zu arbeiten und die Sanierung entsprechend mit der Denkmalschutzbehörde abzustimmen.
Und bevor beim Wort Denkmalschutz gleich die nächste Sorge aufkommt: Vieles ist möglich, wenn man miteinander spricht. Nicht jede alte Tür muss durch eine neue ersetzt werden – im Gegenteil: Eine vorhandene Tür aufzuarbeiten kann günstiger sein als ein hochwertiger Ersatz. Ähnlich sieht es bei alten Dielen und anderen erhaltenswerten Bauteilen aus. Aufarbeiten kann hier nicht nur zum Haus passen, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Die zuständige Denkmalschutzbehörde zeigt sich bei diesem Objekt ausdrücklich gesprächsbereit und steht für die Abstimmung geplanter Maßnahmen zur Verfügung. Bei Bedarf können die Möglichkeiten auch direkt vor Ort gemeinsam besprochen und erklärt werden. Es geht also nicht darum, jede Veränderung zu verhindern, sondern gemeinsam einen vernünftigen Weg für den Erhalt und die weitere Nutzung dieses Bauernhauses zu finden.
Der aktuelle Zustand macht es allerdings schwer, sämtliche Bereiche überhaupt vollständig zu erfassen. Hausrat, Möbel und unterschiedlichste Gegenstände füllen zahlreiche Räume; auch Dachboden und Nebenbereiche sind stark belegt. Draußen setzt sich das Bild teilweise fort. Wer dieses Bauernhaus übernimmt, übernimmt deshalb zunächst auch eine gewaltige Aufräumaktion.
Danach beginnt die eigentliche Arbeit.
Das Wohnhaus muss grundlegend saniert werden. Dazu kommen Scheune, Stall, Hof und das weitläufige Grundstück. Gerade die Größe des Anwesens macht das Ganze aber interessant: Hier kauft man nicht nur ein altes Haus, sondern eine komplette Hofstelle mit reichlich Raum dahinter.
Die große Scheune steht nicht unter Denkmalschutz und erweitert den Bestand um eine Fläche, mit der ein neuer Eigentümer arbeiten kann. Auch das übrige Nebengelass gehört zum Gesamtbild dieses alten Hofes.
Dieses Bauernhaus braucht keinen Käufer mit romantischen Vorstellungen von „ein bisschen Landhaus“. Es braucht jemanden mit Zeit, Geld, Ausdauer und Lust auf alte Substanz. Wer genau das mitbringt, kann aus einem derzeit ziemlich wilden Anwesen wieder einen Hof machen, der diesen Namen verdient.
Bitte schauen Sie sich die Bilder vollständig an, bevor Sie eine Anfrage stellen. Wir zeigen den Zustand bewusst so, wie er ist.